Category Archives: politisches

Asyl-Haus

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Berliner Gören inspizieren in einem Hof in der Wriezener Straße im Wedding die verwitterte Holzfassade eines unverkennbar amerikanischen Wohnhauses. Tatsächlich stand es einst in Detroit und beherbergte für ein paar Jahre mit Rosa Parks eine Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Der in Berlin ansässige Künstler Ryan Mendoza verhalf dem vom Abriss bedrohten Holzbau zur Flucht und bot ihm auf seinem Grundstück im Berliner Norden erst einmal Asyl.

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Political Correctness

Political Correctness für Struller

Pinkel nur in Feindesland! Klassenkämpferischer Hinweis für Struller in der Kreuzberger Naunynstraße. Gesehen während des Straßenfestes am 1. Mai.

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Pimmel über Berlin

Penis-Skulptur am taz-Haus

Fest zementierte Persiflage auf den peinlichen Penis-Prozess um Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und das täglich in penetrant großen Lettern ausgestoßene, eher dürftige journalistische Ejakulat des Springerschen „Boulevard“-Blattes. Die Skulptur des Bildhauers Peter Lenk ziert die Ostfassade des Rudi-Dutschke-Hauses in der gleichnamigen Straße. In dem Gebäude sitzt auch die Redaktion des linksalternativen Sprachrohrs „taz“. Wie es wohl deren Schreiberlinge finden, Tag für Tag unter der über fünf Stockwerke hinaus erigierten Fuchtel eines Alphatierchens aus dem verfeindeten Springerimperium schuften zu müssen?

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Unter den Laternen …

(c) Sven Hoch 2014 - All rights reserved!

… turtelt wer wohl mit wem? Kohl küsst Gorbi? Stalin liebt Lenin? Frau Merkel schnäbelt Putin? Am Vorabend des 25jährigen Mauerfall-Jubiläums strömten Abertausende an diesem Gemälde des malenden Freibeuters Dmitri Vladimirowitsch Vrubel an der East-Side-Gallery vorbei, fotografierten es und sich mit ihm und spekulierten wahrlich wild über die Identität der in gegenseitiger Zuneigung zerfließenden Geschöpfe. Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte. Irgendeiner fand dann dank Smartphone und App die Lösung und schrie sie stolz in die Nacht: es sind der Erich und der Leonid, die Schlawiner.

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Milieustudie

Milieustudie in Friedrichshain

Der Autor dieser aufschlussreichen Analyse hat vielleicht bei der Beschreibung der größten Immigrantengruppe in den Stadtteilen Prenzlauer Berg und Friedrichshain die Charakteristika „Kehrwoche einführen“ und „Latte schlürfen“ unterschlagen, seine Intentionen sind jedoch eindeutig. Diese Graffiti zum Revierkampf – neudeutsch Gentrifizierung genannt – habe ich auf einer Bank im Volkspark Friedrichshain gefunden.

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Ökonomischer Unsinn

Rafael Correa - "Ökonomisch Unsinnig"

„Die Wirtschaft ist dazu da, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Immer mehr Menschen aber verlieren ihr Zuhause, obwohl es eigentlich genug Wohnraum gibt. Aber die Familien, die ein Dach über dem Kopf brauchen, haben keines, während die Banken, die weder Haus noch Wohnung brauchen, diese im Überfluß haben. Das ist nicht nur unmoralisch, sondern ökonomisch völlig unsinnig.“

Ecuadors Präsident Rafael Correa zu den in der Wirtschaftskrise dramatisch zunehmenden Zwangsräumungen in Spanien während seines Vortrages „Wege aus der Krise“ in der TU Berlin gestern abend.

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Die Rache Gottes

Lautete nicht das erste Gebot jener Republik, in der der Ochse den Esel nie aufhielt oder so ähnlich: Du darfst keine anderen Götter haben außer Stalin, Marx und Erich. Und wenn doch, dann nur so heimlich, dass selbst die HMs und IMs, die ihre Nase gern überall reinsteckten, den Braten nicht rochen. Und dann das! Als sie endlich aufging, die Sonne, über dem ersten Arbeiter- und Bauern-Staat auf deutschem Boden, da stand der Sozialismus, der lieber überholte als einzuholen, ganz unter dem Zeichen des Kreuzes. Nur der teuflische Klassenfeind wusste wohl warum!

Denn von wo aus man auch blickte auf den hoch aufragenden Telespargel, dem neuen Wahrzeichen der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, stets überstrahlte von ganz weit oben das himmlische Symbol der Christen die Heerscharen der irdischen Hämmer und Sicheln. Sie muss Honecker, Mielke und Konsorten getroffen haben wie ein Blitz aus heiterem Himmel, diese gleißende Rache Gottes.

Der Berliner Fernsehturm in der aufgehenden Märzsonne – über die (noch real existierenden, aber von kapitalistischen Bausündern bedrohten) Segmente des Antifaschistischen Schutzwalls an der East-Side-Gallery hinweg fotografiert.

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Deutsche Wenden

Welches Foto passt am Besten zum 21. Jahrestag der Wiedervereinigung? Bilder von der Einheitsparty am Brandenburger Tor, wo viele Würtemberger aber so gut wie keine (Ost-)Berliner feiern? Von Wendehälsen aus der IM-Partei oder der wankelmütigen Mutti vom meckleburgischen Lande oder dem korpulenten pfälzischen Aussitzer? Nein, mein Bild des Tages soll ein wirkliches Symbol für das heutige, das vereinigte Deutschland sein. Für ein nachwendiges Deutschland.

Meine Wahl fiel auf ein Foto, vor kurzem aufgenommen an einer Stelle, wo einst die Mauer die beiden Teile Berlins unerbittlich trennte. Kaum waren 1990 die Grenzanlagen geschleift, besetzte hier eine Handvoll Menschen den nackten ehemaligen Todesstreifen zwischen den damals noch eigenständigen Bezirken Treptow und Kreuzberg. Die Invasoren bewohnten baufällige Bauwagen und verwandelten das leergeräumte Stück Ödland auf der Lohmühleninsel in ein grünes Refugium. Ihre Wagenburg existiert noch heute, auch wenn von den frühen Mitstreitern fast keiner mehr dort wohnt. Doch auch die heutigen Bewohner zeigen, dass sie mit Deutschlands politischen und gesellschaftlichen Volten umgehen können. So kommt in den Wagen nur Strom aus der Steckdose, der ganz den Leitlinien der Energiewende entsprechend mit eigenen Solarzellen produziert wird. Daher ist dieses Bild – wie ich finde – das richtige für den 21. Geburtstag des wiedervereinigten Deutschlands. Was meint ihr?

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Guerilla-Gardening

Guerilla-Gardening

Eine öde Brachfläche in Mitte. Im Hintergrund eine Industrieruine. Und das Spreeufer. Umgeben von rostigen Zaunfragmenten. Überwuchert von spröder Ruderalvegetation. Ein schmaler Trampelfpad. Im Hintergrund eine Industrieruine. Versteckt, irgendwo zwischen den wuchernden Stauden und Gräsern ein kleines, von einem Flatterband eingerahmtes Viereck. Darin Kohl, Bohnen, Blumen.

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