Frisch geduscht!

Nach einem reinigenden Regenguss und bei schummrigen Abendlicht erscheint auch eine von Berlins Schmuddelecken beim flüchtigen Blick in den Spiegel recht erträglich: Potse Ecke Kurfürstenstraße mit dem eigenwilligen Foto-Wegert-Haus, heute Domizil des LSD-Sexshops.

Vermintes Gelände

Tretmine in Berlin-Mitte

Da sind wohl die Plastikbeutel zur Aufnahme der fäkalen Hinterlassenschaften eines Großstadthundes ausgegangen! Wenigstens ist die für solche Fälle vorgeschriebene Warnflagge gehisst und warnt den auf Schuster Rappen die Chausseestraße durchschreitenden Zeitgenossen vor den Gefahren des Kothaufens . Ich möchte mir allerdings nicht vorstellen, wie viele von diesen Fähnchen künftig die Bürgersteige Berlins zieren werden, wenn die EU-Menschen im offensichtlich tretminenfreien Brüssel tatsächlich ihren gerade angekündigten Plastiktüten-Bann implementieren sollten.

Verhüllte Verlockung

Wenn man die Augen offen hält und sich auch einmal ein wenig bückt oder streckt, kann manchmal viel versprechende Entdeckungen machen. Hinter dieser verwitterten Plane auf der Domäne Dahlem zum Beispiel verbergen sich die stolzen Rösser und prächtigen Kutschen eines alten Karussells. Und wer weiß: vielleicht setzen sie sich bald mit lautem Glockengeläut in Bewegung.

Skelettiert

Die erschreckende Gleichgültigkeit der Großstadt: der Tod kam hier auf Raten – und keiner der täglich tausend Passanten nahm Notiz davon. Mittlerweile aller essentieller Weichteile beraubt, darbte dieser Fahrrad-Torso wochenlang in der Passauer Straße gegenüber dem KaDeWe vor sich hin. Wahrscheinlich bleibt er hier auf ewig angekettet liegen, bis er in ferner Zukunft zu Staub zerfällt.

Grüß mir die Sonne!

In einem winzigen Hof reckt sich ein dünner Baum mit aller Kraft dem lebensspendenden Licht entgegen. Auch die Menschen wollen möglichst hoch hinaus, um wenigsten ein paar wohlige Strahlen abzubekommen. Fotografiert in der Gleimstraße in Prenzlauer Berg, in einem einst so berüchtigten und heute so beliebten Hinterteil eines jener Berliner Gründerzeitkomplexe des Stadtteils.

Klandestiner Bike(r)treff

Im zweiten Hinterhof eines unscheinbaren Mietshaus-Ensembles im Gleimkiez (Prenzlauer Berg) bin ich plötzlich auf diese Ansammlung von Velos jedweder Couleur gestoßen. Von ihren Besitzern fehlt jede Spur! Hinter welcher Tür oder welchem Fenster die wohl was treiben?

Der Dachgarten (oder l’art de vivre)

Der Dachgarten (oder l’art de vivre)

Berliner Jungs wissen das Leben an einem mildem Frühsommertag in ihrer improvisierten grünen Oase zu genießen. Gesehen gestern bei einem flüchtigen Blick aus dem Fenster in einen Schöneberger Innenhof.

Kart-Rennen

Shopping-Card-Race

Viel Spaß und Action herrschte heute in diesem Schöneberger Innenhof, als sich eine Handvoll Berliner Gören auf eine rasante Einkaufs(wagen-)-Tour begab.

King of Currywurst Ost

King of Currywurst Ost

Unter dem frisch sanierten Hochbahnviadukt glänzt auch die Reinkarnation der legendären Currywurstgarerbude Konopke´s. Irgendwie fehlt beiden ein wenig jene altehrwürdige Patina (dem Viadukt und der Imbißbude, nicht der Wurst), die dem Straßenbild dort, wo Schönhauser-, Kastanien- und Pappelallee sowie Danziger und Eberswalder Straße zusammentreffen, stets seinen typischen, leicht morbiden Charme verliehen hatte. Ob die Wurst noch genauso gut ist wie früher habe ich noch nicht getestet. Wird aber bald nachgeholt!

Einauge

Einauge

Irgendetwas fehlt noch an der eisernen Visage. Kritisch mustern die beiden Künstler ihre neueste Skulptur. Mund, Nase, Auge – alles schon dran an dem Schrottgesicht. Doch halt, wo ist das zweite Sehorgan? Oder ist es am Ende gar kein Antlitz aus altem Eisen, das da im Schatten der mächtigen Mauern der alten Spandauer Zitadelle das Licht der Welt erblickt?

Smokin‘ in the rain

Smokin´ in the rain

Nur Regen, den ganzen lieben langen Tag lang. Ohne aromatische Havanna im Mundwinkel wäre das schäbige Wetter nicht auszuhalten. Jedenfalls nicht für den Cuba-Bären. Zusammen mit seinen Buddies reißt er an der Ecke Knesebeckstraße / Kudamm flehend die Arme und Tatzen in die Höhe und hofft auf bessere Witterung. Ich auch.

Zugestellt

Post Persönlich

Der Postbote hält an, klopft an die Tür. Die Tür geht auf. Der Postbote nickt kurz. Ein Arm wird aus der Türöffnung gestreckt. Der Postbote deponiert in der geöffneten Hand die Post, wieder nickt er kurz. Die Tür geht zu. Der Postbote fährt weiter. Besser und persönlicher geht Post nicht. Gesehen unter der Brücke am S-Bahnhof Babelsberg.

Flasche leer

Flasche leer

Ausgesaugt bis auf den letzten Tropfen und dann abgestellt, einfach so. Unbeachtet von der Gesellschaft harrt sie aus. Doch diese Nacht wird die leere Becks-Buddel wohl unter dem Abfalleimer schlafen müssen – es sei denn, ein umherziehender Leergutsammler findet die einsame Bierflasche noch rechtzeitig bei seinem abendlichen Streifzug durchs Pfand-Revier.

Meene Kleene

Meene Kleene

Sehnsüchtig schmachtend scheint der kleine Piaggio der niedlichen Signorina hinterherzuschauen. Mir war auch so, als hätte ich jemanden pfeifen gehört. Wenn das mal nur nicht die Mama am Herd des Italo-Restaurants im Hintergrund mitkriegt! Gesehen am Kudamm Ecke Uhlandstraße.

Schwibbögen in der Zitadelle Spandau

Arkadien

Schwibbögen in der Zitadelle Spandau

Ein knappes Dutzend imposanter und doch zugleich filigraner Schwibbögen schafft hier eine ganz besondere, fast mediterrane Atmosphäre. Kein Wunder, dass das Gewölbeensemble am Fuß der Bastion Brandenburg die „Italienischen Höfe“ genannt wird. Ein idealer Ort für Events im romantisch-rustikalen Ambiente. Zu finden ist dieser faszinierende Ort in der nordöstlichen Ecke der Spandauer Zitadelle.