Ostblock-Moloch

Angesichts des grau-braunen „Memi-Monsters“ erdulden Wartende an der Tram-Haltestelle Karl-Liebknecht-Str./ Ecke Memhardstraße schlimmste visuelle Pein. Das heruntergekommene Plattenungetüm würde man eher in Pjöngjang als in prominenter Lage von Berlin-Mitte verorten.

„Entworfen“ – wenn man das überhaupt so sagen darf – hat den Gebäude-Komplex Anfang der 1980er Jahre ein von Klaus Bläsing geleitetes Architekten-Kollektiv. Federführend dürfte das Wohl der Werktätigen und das Glück des Volkes da eher nicht gewesen sein. Der Bau ist vielmehr ein Sinnbild für die Perfektion der Hässlichkeit, die infolge der dem DDR-Sozialismus inhärenten Menschenverachtung und limitierten wirtschaftlichen wie kreativen Möglichkeiten die städtebauliche Entwicklung im verblichenen Arbeiter- und Bauernstaat beherrschte.

Aseptische Atmosphäre

Sterile Bauten in der Kleine Alexanderstraße, Berlin-Mitte.

Elliptisches aus einer anderen Zeit

Beschwingtes Essenfassen für fast 4.000 Sportskanonen: kühn geschwungene Ostfassade des mittlerweile weitgehend sanierten „Speisehaus der Nationen“, dem Mittelpunkt des zur Berliner Olympiade von 1936 in den märkischen Sand gesetzten Olympischen Dorfs.

Schau- und Sonnenkästen

Beton, Glas, Metall und ein paar Blüten: Teil der Ostfassade des Pierre-Vago-Hauses im Hansaviertel, Klopstockstraße 14 – 18, aufgenommen im Juli 2010

Vorfeld-Vehikel

Opel statt Airbus: die erdverbundenen Gefährte, die da das Vorfeld des stillgelegten Flughafens Tegel zwischen Luftfrachtgebäude und Terminal bevölkern, haben zuvor Besucher des gestrigen „Berlin Freedom Dinners“ nach TXL kutschiert.

Zwischen Himmel und Erde

In der Glockenstube des Eiermann-Turms der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zum 60jährigen Jubiläum des Geläuts.

Abendzug

Oberbaumbrücke mit Kurzzug der Linie U3 – beide ins rechte Licht gerückt von der untergehenden Sonne.

Tohuwabohu

Kubistisches Klötzchenspiel am Potsdamer Platz.

Speerblick

Abendlicher Blick vom etwas erhöht gelegenen Theodor-Heuss-Platz gen Osten über Kaiserdamm, Bismarckstraße, Straße des 17. Juni mit Großem Stern bis hin zum Roten Rathaus. Für diese Aussicht ließ Nazi-Architekt Albert Speer die Siegessäule von ihrem angestammten Platz vor dem Reichstag an den Großen Stern versetzen, der Teil der zentralen Ost-West-Achse von Speers Plänen für die Welthauptstadt „Germania“ war.

Kaiserliches Gusseisen vs. funktionalen Beton

Spannender Gegensatz zwischen den teilweise kunstvoll geschwungen und zum großen Teil historischen Stützsäulen des hölzernen Bahnsteigdachs am S-Bahnhof Yorckstraße und den funktionalen Linien der sich westlich der Bahngleise zur Bautzener Straße hin anschließenden Wohnbebauung, die erst vor kurzem fertiggestellt wurde.

Baukkunst

Balkone am Schöneberger „Kachelhaus“ in der Pallas-/Ecke Goltzstraße. Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1894-1895 nach Plänen von Richard Landé errichtet. Die gesamte Straßenfassade ist mit einem herrlichen Arrangement von glasierten Klinkern und Fliesen sowie bunten Terrakotta-Gesichtern gestaltet.

Lichtspiele

Die verheißungsvollen ersten Sonnenstrahlen des Tages bemalen die Fassade des Upper-West am Breitscheidplatz.

Alex´ Auftritt

Stiege zu Alexanderplatz und Alexanderhaus

Frühlingsboten

Krokus und Enzian vor dem Babelsberger Kaiserschloss

Nachbarn

Eine der Ikonen der linksextremen Berliner Hausbesetzerszene, das Eckhaus Linienstraße 206, eingerahmt von stylisch sterilen Gentrifizierungstreibern wie z.B. dem „Schwarzen Haus“ links in der Kleinen Rosenthaler Straße.