Elefantös!

Aus sächsischem Sandstein gehauene Dickhäuter indischer Provinenz unter einer Pagode aus dem Land der aufgehenden Sonne: die legendäre Pforte zur Tierwelt am Tiergarten.

Dreiheit

Heutiges Morgenpanorama mit dem Vierwaldstätter See (natürlich der im Zoologischen Garten) im Vordergrund und der Skyline der City West mit ihren drei markanten Hinguckern Upper West (Fertigstellung 2017), Zoofenster (2010) und Huthmacher-Haus (1957) im Hintergrund.

Kolumbarium

Erhabene Ruhestätte: prächtige Urnenhallen auf dem Wilmersdorfer Friedhof.

Goldener Strahl

Die güldene (Vorabend-)Sonne setzt die gusseisernen Wände der öffentlichen Bedürfnisanstalt in Alt-Mariendorf gekonnt in Szene. Hier kann Mann sich beim Strullen ins kaiserliche Berlin versetzen. Die achteckigen Pissoirs dieses Typs gibt es seit fast 150 Jahren in der Hauptstadt.

Winterwald

Mit den Jungs heute vom ersten Preußen-Willi seiner pompösen Aussichtsplattform durch den schneeweißen Grunewald.

Skandinavische Seele

Eingebettet in pulverigen Neuschnee und angestrahlt von der winterlichen Morgensonne kann die hölzerne Kapelle auf dem größten jemals für Berliner Verblichene geschaffenen Gottesacker, dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf, jene nordischen Vorbilder nicht verleugnen, die ihrem Schöpfer, dem Architekten Gustav Werner, wohl einst beim Entwurf Pate standen.

Asyl-Haus

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Berliner Gören inspizieren in einem Hof in der Wriezener Straße im Wedding die verwitterte Holzfassade eines unverkennbar amerikanischen Wohnhauses. Tatsächlich stand es einst in Detroit und beherbergte für ein paar Jahre mit Rosa Parks eine Ikone der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Der in Berlin ansässige Künstler Ryan Mendoza verhalf dem vom Abriss bedrohten Holzbau zur Flucht und bot ihm auf seinem Grundstück im Berliner Norden erst einmal Asyl.

Versteinerung

Nur der steinerne Abdruck in der Brandwand des Nachbarhauses zeugt letzten alten Bauernhauses in der Breite Straße in Berlin-Schmargendorf. Es wurde im 1. Quartal dieses Jahres abgerissen, um Platz zu machen für ein Neubauprojekt.

Potentielle Stammkneipe No. 14

Rund zweidreiviertel Jahrhunderte hat dieses kleine Haus bereits auf dem Buckel.  Es befindet sich im Kolk, der wohl ältesten Ortslage Spandaus, ganz oben am nördlichen Zipfel der Altstadtinsel gelegen.Seit 1911 betrieben hier mehrere Generationen einer Familie eine Gaststätte. Die hieß seit 1948 „Alte Kolkschenke“ (ja, mit e und nicht mit ä). Eine prächtige Theke aus dunklem, polierten Holz, Tischchen mit rotweißkarierten Decken, rauchgeschwängerte Luft unter den durchgebogenen Deckenbalken und ein Bier (wenn auch „nur“ ein Kindl) für kaum mehr als ein Euro – schade, dass ich das nur ein paar Mal erleben durfte. 2012 schloss die Kneipe ihre Pforten – kein Nachfolger in Sicht, der die urige Wirtschaft fortführen wollte. Seitdem gammelt der betagte Fachwerkbau und hofft wie ich auf ein Wunder.

Wolkenfront

Vergängliche Himmelsskulpturen treffen auf sanierten Kubismus aus Beton, Stahl und Glas: Licht und Wolken setzen die klobige Westfassade des Philips-Turms in Schöneberg spektakulär in Szene.

Tohuwabohu

Tohuwabohu

Mehr oder weniger strukturiertes Wirrwarr auf der Baustelle des Humboldtforums (Replika des einstigen Pruzzenpalastes) in Berlins alter Mitte.

Ruhe vor dem Sturm

Die Wiesenburg im Wedding

Nachdem der Orkan „Niklas“ schon eine Menge Putz hat hinunterstürzen lassen, wird das historische Gebäude-Ensemble der Wiesenburg im Wedding, Berlins einstiges Vorzeige-Asyl für Obdachlose und Bedürftige, wohl bald von einem noch unbarmherzigeren „Wind of Change“ erfasst. Nach der umstrittenen Übernahme des Geländes durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft „degewo“ stehen dem geschichtsträchtigen Gelände und seinen bisherigen Nutzern wohl tiefgreifendere Umwälzungen bevor. Die Statements des nichtssagenden „degewo“-Sprechers in der heutigen RBB-Abendschau zu den Plänen des Unternehmens mit Gebäuden und Areal hatten nicht einmal den Gehalt der sonst üblichen Lippenbekenntnisse. So deutet vieles darauf hin, dass die Wiesenburg und ihre Bewohner und Nutzer sich wohl auf heftige Turbulenzen einstellen müssen.

Fabrikpalast

Fabrikpalast

Eine hauchdünne Schicht Schnee überzieht die Relikte der alten Jute- und Baumwollspinnerei in Potsdam. Der burgartige Klinkerkoloss kontrastiert mit den filigranen, ebenfalls weiß „gepuderten“ Ästen und Zweigen der knorrigen Eiche. (Mehr zu dem Geschichte und Zukunft des Gebäudes gibt es hier zu lesen.
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Belvédère

2014-19-29-belvedere-potsdam

Unverkennbar, wo sich Preußenchef Friedrich Wilhelm IV hier hat anregen lassen: Bella Italia. Die gewonnen Eindrücke inspirierten ihn zu den Federstrichen, mit denen er den Entwurf für sein Lusthaus mit Aussichtstürmen zeichnete. Ausführen durften den Bau auf dem Potsdamer Pfingstberg dann die Baumeister Ludwig Persius, Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse. Warum italienische Architektur dann allerdings mit einem französischen Namen – Belvedere – versehen werden muss, bleibt das Geheimnis der preußischen Blaublütigen.

Der Rüssel

Logenplätze am Elefantenhaus

Logenplätze am Elefantenhaus in der Kreuzberger Solmsstraße.