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Goldener Strahl

Die güldene (Vorabend-)Sonne setzt die gusseisernen Wände der öffentlichen Bedürfnisanstalt in Alt-Mariendorf gekonnt in Szene. Hier kann Mann sich beim Strullen ins kaiserliche Berlin versetzen. Die achteckigen Pissoirs dieses Typs gibt es seit fast 150 Jahren in der Hauptstadt.

Elektrisierender Appell

Prägnanter Schalt- und Verteilerkasten mit eindringlichem Aufruf an alle Betriebsgenossen, nicht im Strom (mit) zu schwimmen. Gesehen in der Lokhalle des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Tempelhof.

Sparappell

Müder Elefant

Sschwarzer Elefant-in Tempelhof

Dem Blick entzogen rauscht hinter den Baumreihen donnernd ein Schnellzug vorbei. Aufgeschreckt von diesem alle Geräusche des Waldes übertönenden Lärm streckt mir die gewaltige Güterzuglokomotive drohend ihre massiven „Stoßzähne“ entgegen, fokussiert mich mit starrem Blick, hebt warnend die rieisgen Ohren. Doch das einschüchternde Gehabe täuscht: längst ist das zähe Dampfross seiner inneren Werte beraubt und seine eherne schwarze Hülle wurde vor Jahren schon abgeschoben auf dieses tote Gleis. Der einsamen Maschine bin ich in der Nähe des früheren Bahnbetriebswerks begegnet, das sich heute auf dem Areal des Natur-Parks Südgelände befindet.

Abstellgleis

Abstellgleis

Bahnbrechende Symbiose von geradlinigem Alteisen und knorrigen Birkenrudeln auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof (heute Teil des Natur-Parks Südgelände).

Spring-Sprung

Spring-Sprung

Hinein ins Sonnenlicht! Frühlingsextase im Tempelhofer Natur-Park Südgelände.

Aeroplan-Anemoskop

Aeroplan-Anemoskop

Kein schnöder Luftsack oder spießiger Wetterhahn: der für die sichere Durchführung von Starts und Landungen so wichtige Windrichtungsgeber war in den Anfangsjahren des Flughafens Tempelhof als formschöner Flieger gestaltet. Die historische Aufnahme von dem eleganten Instrument entstandt um 1928. (Das Foto stammt aus meiner privaten Sammlung).

Schneewittchen mit Gegenwind

Schneewittchen ist zusammen mit ihren sieben bunten Zipfelmützenträgern beim Drachenfest mehr als einmal ganz bös abgstürzt. Die kräftige Windböen auf dem Tempelhofer Feld haben die Schöne und ihr Anhang ziemlich oft durcheinandergewirbelt.

Warm Up

Warm up!

Warmlaufen vor dem heißen Rennen: dieses Mädchen und ihr bemützter Helfer gerieten im Sommer 1951 vor dem Startschuss zum Seifenkistenrennen am Mehringdamm schon mal gehörig ins Schwitzen. Hauptsponsor des mittlerweile legendären Events war damals die Adam Opel AG, die allen Teilnehmern erstmals einheitliche Radsätze für ihre schnittigen Hinterhof- und Kellerkonstruktionen zur Verfügung stellten.

Sicherheitsabstand

Distanz

Und wie still in dick verschloßener Höhle
Ganz unangerührt und ungeschaut
geht ein jeder fern und fühlt: alleine.

In sehr enger Anlehnung an Alfred Wolfensteins Gedicht „Städter“ fotografiert im U-Bahnhof Paradestraße.

Golden Eye

Golden-Eye

Golden schimmernde Mosaik-Steinchen umringen die strahlend-weiße 08/15-Leuchte in den Außenarkaden am Terminalgebäude des ehemaligen Flughafens Tempelhof – schon irgendwie ein Stilbruch.

Lucky Strike

Lucky Strike

Nach dem anstrengenden Flugdienst will dieser amerikanische Berlin-Flieger nur noch eins: rein in den Käfer und ab nach Hause und die wohl verdiente Feierabend-Zigarette paffen. Die frische Stange Lucky Strike hält er schon in den Händen. Ob er sich auch eine Packung Vivil-Bonbons für den frischen Atem danach besorgt hat? Dieses Foto meiner Berlin-Sammlung wurde in den 1960ern direkt vor dem Flughafengebäude in Tempelhof aufgenommen.

Follow me

Follow me

Vor noch gar nicht so langer Zeit war so eine Vorfeld-Tour mir dem Velo übers Tempelhofer Grün ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindes ohne Propeller oder Turbine ging da gar nichts. Heute reichen ein paar kräftige Tritte in die Pedale, um Roll- und Startbahnen entlang zu brausen. Eine Erlaubnis vom Tower braucht es dazu nicht mehr.

Juli mit herbstlichem Bouquet

Juli mit herbstlichem Bouquet

19 Grad, starker Wind, graue Wolkenfetzen am Himmel, es riecht nach Regen. Ein Licht wie Anfang Oktober. Aber die Blätter an den Bäumen sind noch grün. Es ist Juli 2011, ein Juli, der kein Sommer ist. Trotz des beschwörenden Blicks auf den Kalender geben wir den herbstlichen Gefühlen nach und lassen heute den Drachen steigen auf dem Tempelhofer Feld – eigentlich zwei bis drei Monate vor der Zeit.

Die Mutter aller Flughäfen

Zentralflughafen Tempelhof - Mutter aller Airports

Für mich war Tempelhof nie der schönste Flughafen der Welt, sorry Mr. Norman Foster. Der Stararchitekt hält Tempelhof sogar für die Mutter aller Flughafen. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn viele Konzepte, die heute auf Airports weltweit Standard sind wie getrennte Ankunfts- und Abflugebenen, Cargo- und Postterminals, Wartungs- und Verwaltungstrakte sowie angegliederte Kongress- und Hotelbereiche in diesem Gebäudekomplex erstmals miteinander vereinigt. Aber beindruckend, monumental geradezu, ist der Bau, keine Frage. Dennoch fügt sich imposante Fassade des vom NS-Baumeister Ernst Sagebiel entworfenen Terminals einigermaßen zurückhaltend in das Stadtbild ein – ganz im Gegensatz zu jenen Projekten, die dann im Zuge von Hitlers und Speers Phantastereien rund um die Welthauptstadt ‚Germania‘ geplant wurden.

Pistensegler

Schnelle Vehikel waren hier schon immer unterwegs. Doch statt donnernder Jets haben nun lautlose Dreiräder die Landebahnen und Rollwege des Tempelhofer Flugfeldes für sich erobert. Hunderte Kilometer von ihrem ursprünglichen Habitat entfernt lassen sich an schönen Herbsttagen immer mehr der eleganten Strandsegler bei ihren rasanten Ausfahrten beobachten.